1. Wie lange war dein Erasmus-Semester/Auslandsaufenthalt und wo?
Ein Semester an der Tongji Universität in Shanghai.
2. Hast du dich in irgendeiner Form vorbereitet?
Am wichtigsten war es, die Super-Apps (WeChat & Alipay) herunterzuladen, die man in China für alles braucht – vom Bestellen im Restaurant über das Kommunizieren bis hin zum Bezahlen.
3. Gab es bestimmte Kurse oder Lehrveranstaltungen, die dich besonders beeindruckt haben?
Meine Professorin für Chinesisch war großartig. Sie hat mich davon überzeugt, dass es sehr bereichernd ist, eine Sprache zu lernen, die so anders ist als alle, die ich kannte.
4. Wie hast du mit der Sprachbarriere umgegangen? Hast du vorher die Sprache gelernt oder vor Ort?
Die Shanghaier sprechen kaum Englisch. Im Alltag ist das kein Problem, da das meiste digital abläuft. Außerdem konnte ich durch meinen Chinesischunterricht an der Uni später nach dem Weg fragen oder in einem Restaurant bestellen.

5. Gab es kulturelle Unterschiede, die für dich überraschend waren?
Ja, ungefähr alles war ein überraschender kultureller Unterschied. Bis zu meiner Ankunft dachte ich, dass ich keine Erwartungen an China hätte, da ich davon ausging, dass ich nichts über China wisse. Nachdem ich in der ersten Woche in Shanghai mehrmals sehr überrascht war, habe ich gemerkt, dass ich doch falsche Vorstellungen hatte – was ich mir damit erklärte, dass ich wohl Vorstellungen, die ich über andere asiatische Kulturen hatte, auf China übertragen hatte.
6. Welche Aktivitäten oder Veranstaltungen kannst du empfehlen?
In einen Schnellzug steigen
Fahrräder oder Roller, die überall herumstehen, in der Stadt ausleihen
Auf der Chinesischen Mauer spazieren gehen
Essen, bis man platzt
An einer großen Straße entspannt unterhalten – weil es überall leise ist
Seine Wertsachen unbeaufsichtigt in der Stadt stehen lassen und unbeschwert nach ein paar Stunden wieder abholen
Gab es etwas Bestimmtes, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Im Peace-Park direkt vor meiner Haustür habe ich fast jeden Morgen meinen ersten Kaffee getrunken. Wohin man auch schaute, waren Menschen, die gemeinsam tanzten, Karaoke sangen, Saxophon spielten oder joggten. Diese Morgen vermisse ich sehr.

7. Welche Herausforderungen gab es für dich?
Am Anfang war ich sehr eingeschüchtert durch die Überwachung und politische Repression. Nach einer Weile weiß man, worüber man mit wem sprechen kann und was man lieber lässt. Man gewöhnt sich auch an die vagen Aussagen und versteht, was gemeint ist, wenn ein Thema mit dem Satz „In China we don’t like to speak about politics“ beendet wird.
8. Würdest du dein Erasmus-Semester so nochmal machen?
Zu 100 %. Shanghai war eine der besten Entscheidungen meines Lebens.




